Hologrammatica
von Horst Illmer am 4. März 2019
Tom Hillenbrand
HOLOGRAMMATICA. Thriller
Köln, Kiepenheuer & Witsch, 2018, 560 Seiten
ISBN 978-3-462-05149-0
Hörbuch:
Ungekürzte Komplettlesung
Gelesen von Oliver Siebeck
Lübbe Audio, 2018, 3 MP3 CDs, Laufzeit 16 Std. 33 Min.
ISBN 978-3-7857-5697-3
Er hat es wieder getan!
Vier Jahre nach DROHNENLAND, seinem erfolgreichen und mit Preisen überhäuften ersten Ausflug in die Zukunft, legt Tom Hillenbrand mit HOLOGRAMMATICA erneut einen als „Thriller“ getarnten Science-Fiction-Roman vor. Und der ist sogar noch besser geworden als sein Vorgänger. Man merkt dem Buch an, dass Hillenbrand sich in diesem Gerne inzwischen „heimisch“ fühlt.
Der Plot spielt Ende des 21. Jahrhunderts in einer Zivilisation, die sich zwar offiziell noch in Nationen und Staatenverbände unterteilt, in Wirklichkeit jedoch von multinationalen Konzernen beherrscht und (mehr schlecht als recht) von UNO-Organisationen beschützt wird.
Das Internet hat sich zu einem praktisch die ganze Welt umspannenden „Holonet“ weiterentwickelt, mit dem das, was die Menschen sehen, nach ihren Wünschen angepasst wird. Egal ob Werbung, Wohnungseinrichtung, Kleidung oder das eigene Aussehen – mittels allgegenwärtiger Holo-Projektoren sind alle Straßen sauber, alle Häuser und Wohnungen schön und alle Menschen entsprechen ihrem Idealbild.
Ebenfalls große Fortschritte gab es im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) und der Gehirnforschung, was dazu geführt hat, dass man sich (ab einem bestimmten Einkommen oder Vermögen) einen Chip ins Hirn setzen lassen kann, auf dem das Programm der eigenen Persönlichkeit läuft, das man dadurch aber auch jederzeit in den Körper eines Klons übertragen kann. Einziges Hindernis, welches die dadurch theoretisch mögliche Unsterblichkeit für diese, „Quants“ genannten, optimierten Menschen verhindert, ist das „Ein-Körper-Problem“: Nach 21 Tagen muss der „Geist“ wieder in seinen „Stammkörper“ zurück, sonst kommt es zum „Brain-Crash“.
Der in London beheimatete Quästor (hübscher Neologismus für Privatdetektiv) Galahad Singh erhält den Auftrag, die verschwundene Computerexpertin und Entwicklerin von Verschlüsselungstechnik Juliette Perrotte zu suchen, die vermutlich entführt wurde. Allerdings drängt die Zeit, denn Juliette ist ein Quant – und womöglich haben die Entführer nur ihren Körper …
Was wie ein ganz normaler Auftrag beginnt, entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Spektakel mit weltumfassender Bedeutung, in dem nichts ist wie es scheint, Singh Gefahren zu bewältigen hat, die es eigentlich gar nicht geben dürfte und selbst die Naturgesetze aufgehoben scheinen.
Hillenbrand zündet ein Ideenfeuerwerk der Sonderklasse, er gestaltet einen mit überschäumender Erzähllust ausgebreiteten Geschichtenteppich, dessen sich immer weiter verzweigende Handlungsfäden von seinen überragenden Fähigkeiten als Erzähler zusammengehalten werden und am Ende das dreidimensionale Hologramm einer komplexen Zukunftswelt zeigen, in der bemerkenswerte Charaktere ein Dasein führen, das zu erfassen alle Sinne des Lesers, der Leserin (oder von Hörer und Hörerin) erfordert.
Die von Oliver Siebeck sehr einprägsam gesprochene Komplettlesung erfüllt selbst hochgesteckte Erwartungen und macht das Hörbuch zu einer echten Alternative bzw. einer wundervollen Ergänzung des gedruckten Buches.
Horst Illmer
Tom Hillenbrand
HOLOGRAMMATICA. Thriller
Köln, Kiepenheuer & Witsch, 2018, 560 Seiten
ISBN 978-3-462-05149-0
Hörbuch:
Ungekürzte Komplettlesung
Gelesen von Oliver Siebeck
Lübbe Audio, 2018, 3 MP3 CDs, Laufzeit 16 Std. 33 Min.
ISBN 978-3-7857-5697-3
Er hat es wieder getan!
Vier Jahre nach DROHNENLAND, seinem erfolgreichen und mit Preisen überhäuften ersten Ausflug in die Zukunft, den ganzen Beitrag lesen…
- Kategorien: Audio , Bücher , Hörbücher , Horsts Bibliothek , Rezis , Science Fiction

The Dandy Is Dead präsentiert
The Dandy Is Dead präsentiert
Marc-Uwe Kling
B. Azzarello/E. Risso
T. S. Orgel
Karin Boye
Walter Moers
Shaun Tan
Ursula K. Le Guin
H. G. Wells
Dies vor Augen, habe ich mir den Roman lieber vorlesen lassen – und siehe da, als Hörer jedenfalls hat man keine Probleme, denn Sascha Rotermund ist einer der besten Sprecher, die wir momentan haben. Seine Lesung ist absolut perfekt.
Das leicht gekürzte Hörbuch wird von Gabrielle Pietermann gelesen, deren Stimme (vor allem zu Beginn) etwas nervt, was dann aber auch wieder gut zu Jazz passt. Und nach wenigen Kapiteln kann man sowieso nicht mehr aufhören.
Ursula K. Le Guin
Ursula K. Le Guin
Roberto Bolaño
Torben Kuhlmann
Wenske/Hyde
Hardy Kettlitz
Axel Hacke
Klaus Bollhöfener (Hrsg.)
Michael K. Iwoleit & Michael Haitel (Hrsg.)
Aubrey Powell
Harlan Ellison
Julian Voloj (Text) & Thomas Campi (Bilder)
Felicitas von Lovenberg
Cixin Liu
Olaf Brill (Text) & Michael Vogt (Bilder)
Frank Miller & Brian Azzerello (Text)
Robert Silverberg (Hrsg.)
Uwe Anton
Hans Frey
Peter S. Beagle
James Tiptree Jr.
Timo Kümmel
Anthony Doerr
Sebastian Guhr
Michael Görden (Hrsg.)
Neil Gaiman
Thea Dorn
Marc-Uwe Kling

Lemire/Ormston/Stewart
Kazuo Ishiguro
Ein gutes Jahrzehnt ist vergangen, seit ich ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN für mich entdeckt habe. Damals war es ein Buch, das „man“ (oder „frau“) einfach gelesen haben musste, erstreckte sich die begeisterte Berichterstattung doch über alle Medien hinweg. Nach den üblichen Bestsellerehren kam dann noch eine Verfilmung – und irgendwie verschwand der Roman dann leider „in der Versenkung“.
China Miéville
Neil Gaiman
Marco Behringer
Andreas Eschbach