Das Licht in den Schatten
von Hermke am 14. April 2014
Titel: Das Licht in den Schatten (Luck in the Shadows)
SerienZyklentitel: Die Schattengilde (The Nightrunner Series)
Autor: Lynn Flewelling
Verlag, Nummer: Bastei 20327 (Folgebände: 20353, 20415)
update: Von Lynn Flewelling sind in deutscher Sprache aus der Nightrunner Series die zusammengehörigen Bände "Licht in den Schatten" und "Der Gott der Dunkelheit" sowie der Nachfolgeband "Unter dem Verrätemond" erschienen. Die in der selben Welt spielende Trilogie "Tamir Triad" wurde dann nach Band 1 (Das Orakel von Skala) bei Bastei fallen gelassen. Erst Jahre später hat sich der Otherworld Verlag der Serie angenommen und alle drei Bände veröffentlicht. Band eins unter dem neuen Titel "Der verwunschene Zwilling", gefolgt von "Die verborgene Kriegerin" und "Die prophezeite Königin". Derzeit ist nur noch Band drei der "Tamir Triad" lieferbar. Alle weiteren Bände fanden leider keinen deutschen Verleger. Schade um diese wirklich außergewöhnliche Fantasy-Reihe.
Als ich mich für diesen Roman entschied, wollte ich etwas "Leichtverdauliches" lesen. Die Autorin war mir unbekannt, aber der Klappentext klang zumindest in dieser Hinsicht vielversprechend: Mantel- und Degen-Abenteuer…im Fantasy-Bereich. Um es vorwegzunehmen: Ich kam auf meine Kosten.
Inhalt:
Der junge Alec von Kerry sitzt unverschuldet im Kerker eines unbedeutenden Lords aus den nördlichen Ländern. Die dramatische Flucht vor Folter und Sklaverei gelingt ihm mit Hilfe seines geheimnisvollen und entschlossenen Mitgefangenen Seregil von Rhíminee. Dieser, ein Spion und Prinz aus einem Land weit im Süden, der unter dem Deckmantel eines Barden reist, ein Meister der Tarnung und Täuschung, nimmt den sechzehnjährigen Alec unter seine Fittiche. Er erkennt nämlich bald, daß der geschickte Waldläufer zwar noch ein unerfahrener Jugendlicher ist, aber einen raschen Verstand und gute körperliche Reflexe besitzt.
Beurteilung:
Das ist der Beginn eines rasanten Abenteuerromans voller Intrigen, Magie, Kämpfe, Fluchten und politischen Verstrickungen, gelegentlich sogar gewürzt mit einem Aufblitzen von Humor. Zwar war ich nicht gerade erfreut, als klar wurde, daß dieser Band nur der Auftakt zu einer Serie ist, ohne daß der Verlag einen Hinweis darauf auf dem Cover gegeben hätte, aber zumindest ist doch ein Teil der Handlung abgeschlossen. Dieses Ärgernis verzeiht der Leser indes schnell, weil er von der talentierten Erzählerin rasch in den Bann der Ereignisse gezogen wird. Sicher, die Komponenten sind altbekannt: ein junger unbedarfter Held, Zauberei, Abenteuer und Kämpfe, gefälschte Briefe, Hochverrat und erste Liebe. Trotzdem bemerkt man bald, mit welcher Leichtigkeit die Autorin auch schwierigere und in vielen anderen Romanen oftmals langweiliger dargebotene Sachverhalte dem Leser nahebringt, wie geschickt sie abwechslungsreiche Unterhaltung und große Dramatik im gesamten Ablauf des Geschehens aufrecht erhält, einfach keine Längen aufkommen läßt. Noch angenehmer fällt auf, daß die Handlung kaum vorhersehbar abläuft, daß immer für Überraschung und oftmals erhebliche Spannung gesorgt wird, wenn auch mehr äußere als innere. Obwohl eingeräumt werden muß, daß die Helden und Nebenakteure zwar detailfreudig und oft liebevoll aber auch ziemlich statisch dargestellt werden, tut dies dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
Fazit:
Dem Leser, der nicht nur Spitzenwerke akzeptiert, sondern sehr gute Unterhaltung sucht und einen tollen Spannungsbogen zu schätzen weiß, kann "Das Licht in den Schatten" ohne Wenn und Aber empfohlen werden. Sicher ist dieser Roman nicht außergewöhnlich, weder sprachlich noch inhaltlich, das liegt wohl auch nicht in der Absicht der Erzählerin. Dennoch hebt sich das Werk deutlich von der Masse seiner Mitkonkurrenten ab, ist sicher vom Einfallsreichtum, dem Erzählfluß und vom reinen Lesevergnügen ungewöhnlich zu nennen. Bleibt lediglich zu hoffen, daß der oder die Folgeromane genauso fesselnd und ungewöhnlich interessant geschrieben sind wie dieser mit immerhin 636 Seiten nicht allzu schmale Erstling. Ich jedenfalls habe jede Seite mit Freude und Anteilnahme gelesen.
Titel: Das Licht in den Schatten (Luck in the Shadows)
SerienZyklentitel: Die Schattengilde (The Nightrunner Series)
Autor: Lynn Flewelling
Verlag, Nummer: Bastei 20327 (Folgebände: 20353, 20415)
update: Von Lynn Flewelling sind in deutscher Sprache aus der Nightrunner Series die zusammengehörigen Bände "Licht in den Schatten" und "Der Gott der Dunkelheit" sowie der Nachfolgeband "Unter dem Verrätemond" erschienen. Die in der selben Welt spielende Trilogie "Tamir Triad" den ganzen Beitrag lesen…
- Kategorien: Bücher , Hermke - Lesetips eines alten Buchhändlers




Neil Gaiman: "Die verrückte Ballonfahrt
Titel: Planet der Habenichtse (The Dispossessed)
Die drei klingendsten Namen der deutschen Phantastik. Der "Altmeister" Wolfgang Hohlbein war vor vielen Jahren bereits bei uns zu Gast und ich bin tatsächlich Fan einiger seiner trashigen frühen Werke, wie der Heftserie um "Robert Craven", den "Hexer von Salem" oder der Endzeit Serie um die taffe "Charity" von der Space Force.
us Heitz ist seit seinen "Zwergen" der absolute Senkrechtstarter in Sachen Stapelverkauf in großen Buchhandlungen und auch bei ihm habe ich ein echtes Faible. Sein "Ritus" und "Sanctum" und seine "Mächte des Feuers" fand ich richtig cool.
me ist irgendwie anders. Die Veröffentlichungen von Kai Meyer belegen seit Mitte der Neunziger die (vor allem Jugendbuch-) Regale in Buchhandlungen. Kai Meyer hatte dabei nie das Stigma des Fantasy-Autoren. Seine Bücher sind immer irgendwie originär und haben einen ganz eigenen Ductus. Kai Meyer verknüpft oft Realität, Mythen und Sagen aus aller Welt und klassische Fantasy-Elemente. Seit seiner "Merle-Trilogie" bin ich ein echter Fan. Kai Meyer ist einer der Autoren, bei denen ich mich wirklich auf jedes neue Buch und jeden neuen Zyklus freue. Die Konstanz bei seinen Büchern, die mich immer wieder neugierig auf das nächste warten lässt, ist besonders bemerkenswert, weil er eine ähnliche Schlagzahl an den Tag legt, wie seine beiden Bestseller Kollegen Hohlbein und Heitz. Sicher sehr subjektiv, aber schon Merle, seine "Wolkenvolk Trilogie" und "Arkadien" haben mir derart viel Spaß beim Lesen gemacht, wie wenige andere Vertreter des Fantasy Mainstream. Chapeau!
Sein aktuelles Buch "Phantasmen" ist mal wieder ein einfach guter Roman. Wirklich coole Ideen, auch wenn hier die Parallelität mit Lockwood & Co zumindest erstaunlich ist. Spannend und schnell zu lesen. Ein kleines Bisschen haben mir die dramatisch-romantischen Szenen gefehlt, die ich bei vielen seiner Bücher so heimelig fand (ja, ich mag es manchmal auch, wenns romantisch und gefühlsmäßig vertrackt ist). "Phantasmen" hat alles, was ein unterhaltsames, modernes Fantasy (Jugend-)Buch braucht. Sicher nicht sein Bestes, aber immer noch viel besser, als vieles, was in den Regalen des Buchhandels so steht. Ich freue mich jetzt schon auf sein nächstes Buch.
Titel:Die Fliegenden Zauberer (The Flying Sorcerers)
Titel: Weg nach Kinvale (Magic Casement)
ir haben ständig Unmengen an gebrauchten und antiquarischen Büchern für euch vorrätig. Viele Kostbarkeiten aus vergangenen Jahrzehnten oder second hand Versionen aktueller Titel. Sammler können ihre Lücken schließen, Unschlüssige können sich inspirieren lassen und Interessierte können stöbern. Viele der Bücher hat der ein oder andere von uns gelesen und wir können euch irgendetwas dazu erzählen. Zu anderen findet sich vielleicht ein Kunde oder Besucher, mit dem sich ein Gespräch entwickelt. Natürlich wissen wir auch nicht immer alles, aber im Zweifelsfall wissen wir, wie wir es herausfinden. Unsere Erfahrung und unsere Auswahl machen das Antiquariat zu einer Fundgrube für euch. Aber nur, wenn ihr euch Zeit nehmt – am Stück oder immer wieder. Denn irgendwann bekommen wir sie alle in die Hand, die Bücher, nach denen ihr sucht. Ihr habt die Wahl: Geduld und Vorfreude oder schneller Konsum. Wer sich nur dafür entscheidet, wird nie wissen, was er verpasst hat 😉 . Gebt einfach mal bei einer Internetsuche "antiquariat" ein und lasst euch nur Bilder anzeigen. So etwas kann keine Plattform der Welt und kein Webshop ersetzen. Das war vor mehr als dreißig Jahren die Idee meines Vaters Hermke und wir wollen, dass das so bleibt!
Phantastik in Würzburg hat eine lange Tradition. Unseren Laden, Hermkes Romanboutique gibt 1981 – ja,am 15. Januar jährt es sich zum 33. Mal. Vor dem Laden war der Science Fiction Stammtisch Würzburg, mit den Tauschtagen und gemeinsamen Fahrten zu Conventions oder einfach nur Besuchen anderer Stammtische in anderen Städten – und natürlich den Gegenbesuchen, zum Beispiel des Stuttgarter Science Fiction Stammtisches, bei denen ich auch im zarten Alter das Vergnügen hatte Dennis Scheck, den heutigen Literaturkritiker kennenzulernen, der übrigens damals auch noch ein Dreikäsehoch war 😉 .
Titel: Stadt der Schwerter (Colors in the Steel)










Titel: Erben der Nacht (King’s Dragon)
Das Antiquariat als Bücherei
Der Laden und die Spiele
Titel: Hawkwoods Reise (Hawkwood’s Voyage)




Crossover Marketing zwischen Buchverlagen und Filmverleih. "Der Herr der Ringe" hat die gewaltigen Synergiemöglichkeiten bei Verfilmungen phantastischer Werke gezeigt und dem finanziell vor sich hin dümpelnden "Hobbit Presse" Segmentes des Klett Cotta Verlages eine willkommene Geldschwämme beschert.
Schön, dass dem Genre, das die Vorlagen für einen Großteil der Hollywood Blockbuster liefert, auf diesem Wege auch mal etwas zukommt. Schade, dass solchen Höhenflügen oft die Talsohle der Mainstreamisierung folgt. Hoffen wir, dass die
Der Roman "Das große Spiel" von Orson Scott Card basiert auf einer Kurzgeschichte, die der Autor bereits 1977 für ein Magazin veröffentlichte. Entsprechend einfach und knapp ist die vordergründige Handlung, die kaum über den Kurzgeschichten-Charakter hinauswächst. Vielmehr sind es die Details im Hintergrund und der Blickwinkel, die den Reiz ausmachen. Card hat mit dieser Ausarbeitung der ursprünglichen Kurzgeschichte den Grundstein für eine komplexe Buchreihe geschaffen und vor allem im Hinblick auf den bereits im Folgejahr erscheinenden zweiten Band bereits vorbereitende Hinweise und Charaktermerkmale seiner Protagonisten aufgezeigt.
Die einzelnen Bände der Ender-Reihe und auch des zweiten, parallel spielenden Schatten-Zyklus sind jeweils in sich abgeschlossen. Überraschende Wendungen und konträre Aspekte entstehen erst innerhalb der Serie. So erklärt sich der Hintergrund der Schuld, um deren Sühne sich der zweite, wesentlich später spielende Teil "Sprecher für die Toten" erst im Nachhinein und trübt nicht schon in "Das große Spiel" die Sicht des Lesers.
Die Ender-Serie
Der Schatten-Zyklus (parallel zur Ender-Serie)
Wer zu den Stammkunden von Hermkes Romanboutique gehört, wird die Wirkung dieses kleinen Buchladens jederzeit gerne bestätigen. Diese Wirkung beginnt bei den Räumlichkeiten, die ihren ganz eigenen Charme haben, und wird über die fleißigen Mitarbeiter (sic!) bis zu den regelmäßigen Besuchern des kleinen Ladens und den daraus entstehenden Grüppchen weitergegeben. Der Verfasser des folgenden Artikels heißt Dirk. Er lebt in Berlin und ist leider eher selten im Laden anzutreffen. Jedoch gehört er zu einem der oben angesprochenen Grüppchen und ist im Forum regelmäßig unter dem Namen Night Crawler aktiv. Ein passender Beitrag für einen Laden, der sich der phantastischen Literatur in all ihren Ausführungen verschrieben hat. Widmet er sich doch J. R. R. Tolkien, der in vielerlei Hinsicht als Vater der Fantasy zu sehen ist. Ein mehr als passender Beitrag also. Und ein schönes Beispiel für die Wirkung unserer kleinen Romanboutique. Vielen Dank an Dirk und alle Lesern viel Spaß bei der Lektüre des Artikels!
Titel: Das Komplott (Sailing to Sarantium I)
Dieser Beitrag ist das erste Pendant zu den Neuheitenpostings. Vielleicht wird das Ganze sogar regelmäßig – das werden wir beobachten müssen ;-).
















Wow! Da bin ich am meckern und zähneknirschen über den Verfall der Phantastik bei deutschen Verlagen und dann lese ich im Urlaub mal wieder ein echt tolles, kurzweiliges und außergewöhnliches Buch. Ausgerechnet bei Klett-Cotta erschienen, die sich in den letzten Jahren nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben und außer von Tolkien, über Tolkien und um Tolkien eigentlich so gut wie nichts interessantes publiziert haben, außer ein paar ärgerlichen ersten Teilen ohne Fortsetzung.
In den letzten Jahren hat sich der Fokus der Verlage massiv verändert, vor allem der Großen. Ich habe schon öfter darüber geklagt, dass die "Belegplätze" in den Verlagsprogrammen für klassische Fantasy immer spärlicher werden. Natürlich, zählt man all die modernen Vampir-Lovestories, Engelsromane, Gestaltwandlerserien und was weiß ich alles dazu, ist der Ausstoß eher gewachsen. Ohne jetzt werten zu wollen, das ist es aber nicht, was ich unter Fantasy verstehe. Dass sich dieses Symptom mittlerweile auch in der SF breitmacht, ist für mich fast schon ein wenig satirisch. Sei es die knallharte Endzeitheldin, die plötzlich ihre Gefühle entdeckt oder die tuffe Frachterpilotin, die ohne die Liebe des attraktiven Freibeuters nicht mehr leben will. Bitte wer soll das lesen? Ich nicht.
Das fernsichtige Instrument, welches zu Auffindung jenes erstaunlich mirakulösen Exemplares geführt hat, ist wiederum einer jener Kunden gewesen, welche sich befleißigen, mir unermüdlich über solcherlei Wunderwerke zu berichten. Mir selbst wäre dieses Juwel, im Februar diesen Jahres im Galiani erschienen, wohl kaum aufgefallen. Zu weit ist der Galiani außerhalb meiner eigenen Observation.
Der Gratis Comic Tag 2013 rückt näher…
Aber kein "Schock!" kann die Freude über die vielen Preise trüben, die unsere beiden Gäste Markus K. Korb und Krikra einheimsen konnten. Und zwar tatsächlich im Doppelpack. In ganzen vier Kategorien konnten die Beiden punkten. Das Gemeinschaftsprojekt "Schock!" konnte beim jährlichen "Vincent Preis", dem Horror Award, die ersten Plätze in den Kategorien
Titel: Die Clans von Stratos (Glory Season)
Titel: Chalions Fluch (The Curse of Chalion)
Diesmal war es ein bisschen anders. Gut, das erste Buch war schon sehr phantastisch, aber eher im Sinne mystischer Religionsphantastik. Sehr abgehoben und eigentlich auch eher trashig. Trotzdem ist der "Der Dunkle Pfad Gottes" ein spannendes Buch und mit einem gewissen Augenzwinkern kann ich sagen, dass mir Richard Doetsch Material für eine halbjährige Kampagne geliefert hat. Wir spielen derzeit mit viel Begeisterung das John Sinclair Rollenspiel! Wer sich durch die Mischung aus Action, christlicher Thematik und Verschwörungsthriller nicht abgeschreckt fühlt, der kann mit diesem Buch viel Spaß haben – spannend, actionreich und rasant geschrieben. Der allgemeine Erfolg hat mittlerweile aus diesem völlig abgeschlossenen Einzelband eine ganze Serie gemacht. Bisher erschienen sind folgende Bände:
Das zweite Buch ist ein Krimi/Thriller aus deutscher Feder. "Schattenfreundin" von Christine Drews ist ein rasanter Thriller mit sehr realem Hintergrund – ganz ohne Phantastik. Auch wenn ich als bekennender "Tatort" Fan so manche Parallelen zu rasanteren Folgen der TV Serie gespürt habe, wirkt das Buch authentisch. Ich war von Anfang an mit Spannung dabei. Obwohl auf dem Klappentext verkündet wird, dass es sich um den ersten Fall des Ermittlerduos Schneidemann und Käfer handelt, spielen die polizeilichen Ermittlungen eher eine untergeordnete Rolle. Familiäre Verwicklungen, zwischenmenschliche Komplikationen und dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit verbinden sich hervorragend mit der abgründigen Realität einer Kindesentführung. Das Debut der Autorin wirkt zwar nicht bahnbrechend neu, bleibt aber immer spannend und ist in einem Rutsch zu lesen. Glaubwürdig, spannend und schnell zu lesen.
Der Spannung wegen komme ich am Ende zu dem Buch, das für mich definitiv das Beste in dieser Krimi-Lese-Reihe ist. Mal wieder ein Buch aus Frankreich. Die französische Journalistin und Autorin Elena Sender kämpft nur wenig mit dem französischen Problem, dass sie möglichst viel hineinpacken möchte. Im Vergleich zu Ligny oder Grangé wirkt der unglaublich spannende Thriller fast geordnet. Nicht so abseitig und brutal wie Grangé aber ähnlich aufgebaut. Die etwas zurückgenommene Härte ist aber sicher kein Mangel. Dafür ist die Identifikation mit den Protagonisten wesentlich angenehmer und einfacher. Ich habe bis zur letzten Seite mitgefiebert und mir nichts sehnlicher gewünscht, als einen guten Ausgang…

Im Buchbereich hat dieses seltsame Verhalten auch vor den "Großen" nicht haltgemacht. War die Ausbeute der Dezember-Auslieferung (und auch der vorgezogenen Januar-Auslieferung) eher mager und wir mussten außer multiplen Hobbitsen ziemlich in die Röhre schauen, kamen mit der ersten Welle im neuen Jahr jetzt doch einige gut verkäufliche Titel. Ungewöhnlicher Zeitpunkt, meine Herren.
In allerletzter Minute ein kleiner Hinweis, den ich leider über dem Weihnachtsstress aus den Augen verloren habe. Seit Ende September und noch bis zum 20.01.2013 zeigt das Städel Museum in Frankfurt am Main die Sonderausstellung "Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst". Keine andere Kunstepoche ist so nahe mit der Phantastik verwoben. Viele der Exponate könnten Illustrationen zu diversen Romanen darstellen oder erzählen selbst phantastische Geschichten. Viele der Werke ähneln denen heutiger Künstler im Bereich Fantasy und könnten in Werken wie dem jährlichen "Spectrum – The Best in Contemporary Fantastic Art" veröffentlicht sein. Ein absoluter Augenschmaus für alle Fantasy Fans und eine gute Möglichkeit sich Europäischer Kunstgeschichte von der eigenen Warte aus zu nähern. Ein Blick über den Tellerrand ermöglicht durch einen lohnenswerten Museumsbesuch.
Gabriel Burns ist eine völlig eigenständige Produktion vom Label Folgenreich. Die ursprüngliche Geschichte stammt von Autor Raimon Weber und Regisseur Volker Sassenberg. Gabriel Burns ist eine Mischung aus Horror und Mystery. Die Story schwankt zwischen Geistern, Dämonen und Science Fiction Aspekten wie Außerirdischen und fremden Dimensionen. Hört sich ein bisschen X Akten mäßig an, ist es auch. Aber unglaublich spannend, mitreißend und grandios besetzt und inszeniert. Seit 2003, und damit Folge eins, bin ich voll Spannung dabei und habe auf jede der bisher 35 Folgen hingefiebert. Leider gibt es durch irgendwelche rechtlichen Querelen zwischen Produktionsfirma und Label seit 2010 eine längere Pause (ich hoffe mal, es ist nur eine Pause. So auf jeden Fall die offizielle Verlautbarung). Die Stories sind teilweise in sich abgeschlossene Einzelepisoden, teilweise wird an einem fortlaufenden Plott weitererzählt. Ein bisschen Lost. Bis jetzt war alles wirklich unglaublich spannend und perfekt produziert, bleibt nur zu hoffen, dass wir durch die Streitigkeiten nicht auf eine Auflösung verzichten müssen. Wäre zu schade und ein echter Verlust.
Ganz anders verhält es sich mit John Sinclair. Der Geisterjäger ist seit 1973 als geistiges Kind von Jason Dark als Heftsserie, Taschenbuchserie, Verfilmung und Hörspielumsetzung multimedial verbreitet. Die aktuelle Hörspielreihe (Edition 2000) läuft seit dem Jahr 2000 und hat es bisher auf 77 Teile plus 12 Classic Folgen, in denen die frühen Sinclair Abenteuer noch vor der eigenen Heftserie (Gespenster-Krimis) vertont werden. Der Regisseur Oliver Döring (seit Folge 71 von Dennis Erhardt ersetzt, damit einige Änderungen an der Besetzung) hat die Rollen mit genialen Sprechern besetzt. John, als Ermittler vom Yard, mit der Synchronstimme von Pierce Brosnan (Frank Glaubrecht) hat einen ganz besonderen Charme. Auch der Rest der Stimmen liest sich wie ein Who is Who der großen Filmproduktionen (unter anderem Franziska Pigulla als Jane Collins (Man hat Demi Moore unweigerlich vor Augen…) Die Dame wurde von Glokta bereits in einem Kommentar auf den ersten Artikel hoch gelobt). Die Umsetzung der Heftserie ist frei, aber chronologisch sinnvoll. Die meisten Episoden sind in sich abgeschlossen, auch wenn natürlich, je weiter die Serie fortschreitet, immer mehr vorausgesetzt wird. Somit ist es sinnvoll, die eigentliche Reihenfolge einzuhalten, oder sogar mit den Classic-Folgen anzufangen. Wer Lust auf gute Unterhaltung hat, sollte sich die vierteljährliche Dosis Gänsehaut nicht entgehen lassen und die Serie bei uns ins Abo nehmen.
Zwischen den Welten befindet sich eine dritte Serie. Eigentlich zählt sie eher zu den Hörbüchern, weil es Lesungen sind. Trotzdem ist sie vom Charakter her eher mit Serien zu vergleichen, wie die vorher Genannten, und auch von der Aufteilung in Seasons schon genau so angelegt. Gelesen von Franziska Pigulla (ja, Glokta ;-)) ist Das Tal (bisher zwei Seasons a jeweils vier Teile) auch eine echte Empfehlung. Ich hatte da schon mal was Kurzes dazu und verlinke das an 
Memento – Die Überlebenden von Julianna Bagott
Flavia de Luce von Alan Bradley
Black Out – Hide Out – Time Out von Andreas Eschbach
Über H. P. Lovecrafts Werk ging es an dieser Stelle zuletzt öfter. In den letzten Wochen hat Gerd – vereinfacht ausgedrückt – über die
Clark Ashton Smith – Werkausgabe
Was ja vielleicht viele von Euch immer noch nicht wissen ist, dass wir durch den Anschluß an ein sogenanntes Barsortiment so gut wie jedes Buch, fast jedes Comic, eine riesige Auswahl an englischsprachigen Titeln und auch viele Spiele innerhalb kürzester Zeit besorgen können. Bis 16.00 Uhr bestellt ist es am nächsten Tag ab 09.00 Uhr im Laden verfügbar. Das funktioniert deshalb, weil die Bücherwagenfahrer – so wird das bei Barsortimenten genannt – über Nacht die Bücher von Zentralverteilpunkten abholen und direkt zu uns in den Laden bringen. Der Fahrer hat einen Schlüssel und stellt die Kisten einfach rein. Ein irrer Service und eigentlich sogar schneller als Amazon, nur dass man das Buch halt noch bei uns abholen muss. Aber für uns eine gute Möglichkeit wirklich guten Service zu leisten und die Bestände, die ja immer Platz- und Kapitalbindung bedeuten einigermassen niedrig zu halten.
Selbst die modernsten Erkenntnisse der Wissenschaft können die komplexen Zusammenhänge des menschlichen Gehirns nicht zur Gänze erklären. So ist der im Folgenden beschriebene Ablauf eines jener Ergebnisse von Vererbung und Erfahrung, die unsere Wahrnehmung beeinflussen und die momentane Entscheidung im späteren Verlauf negieren.
Das ausgehende 19. Jahrhundert, die Welten von Jules Verne, die Industrialisierung und die vom Gaslicht beleuchteten Straßen von London bieten nicht nur für viele Romane den Hintergrund, sondern auch als Spielwelt für Rollenspiele. Diverse Systeme mit mehr oder weniger Steampunk- oder Fantasyanteil spielen in urbanen Szenarien um 1880-1900. Systeme wie Midgard 1880, Cthulhu oder das gerade neu aufgelegte Space 1889 bieten eine angenehme Abwechslung zu den klassischen Fantasy oder SF Regelwerken. Beliebte Schauplätze wie Luftschiffhangars oder Industrieanlagen oder europäische Städte – alles eignet sich als Bühne für die antiquiert gekleideten Akteure – Abenteurer, Ingenieure, Militärs und Detektive… Das schöne an diesem Setting ist, dass es viel reales Hintergrundmaterial und historische Quellen gibt, die dem Spielleiter ein reichhaltiges Repertoire an Handouts und Schauplätzen zur Verfügung stellt.
Die 1. Zweite Chance ist für mich definitiv immer wieder die Reihe von Steven Erikson: Das Spiel der Götter – Der erste Teil ist zwar bis zur Neuauflage im Herbst vergriffen, aber viele von euch haben das Buch bereits zu Hause und sind nur im Alltag nicht reingekommen. Unbedingt einpacken. Eine bessere Serie gibt es im Fantasybereich aktuell einfach nicht. Es ist immer wieder erstaunlich, dass das wirre Konzept eines George R R Martin auch bei uns aufgeht, die wirklich von Anfang an durchdachte und bis zum abschließenden zehnten Band (englisch – im deutschen teilweise auf zwei aufgeteilt) unglaublich komplexe und vor allem stimmige Arbeit von Steven Erikson aber einfach keine Auflagen bekommt. Erikson zu lesen ist anspruchsvoll und verlangt am Anfang Mühe und Arbeit. Wer es aber erstmal verstanden hat die geniale Welt zu durchschauen, wird tausendfach dafür belohnt.
Die 2. Zweite Chance gilt der Reihe Harry Dresden, die in der deutschen Erstauflage bei Knaur lieblos aufgemacht war, untergegangen ist und schließlich eingestellt wurde. Verlagspolitik. Die neue Ausgabe bei Feder & Schwert ist jetzt pfiffig aufgemacht, geht weiter und auch die ersten Bände sind in passender Aufmachung wieder aufgelegt. Jim Butchers Urban Fantasy Serie ist düster, hart und an Serie Noir Krimis angelehnt. Ich liebe die übernatürlichen Ermittlungen des Magiers Harry Blackstone Copperfield Dresden in der Stadt des ewigen Windes Chicago. Gebt der Ausgabe eine Chance. Die Jungs von Feder & Schwert haben es verdient.
Die 3. – und für heute letzte Zweite Chance solltet ihr Daniel Abraham geben. Sein Zyklus um die "Magischen Städte" war leider in Deutschland mal wieder ein absoluter Mißerfolg. Meiner Meinung nach ganz große Kunst, für manche Leser vielleicht etwas wenig Action-lastig, aber die Erfolgsquote dieser Empfehlung gab mir trotzdem Recht. Keine 100% Empfehlung, aber wer sie mochte, war stets extrem begeistert. Der Verlag nicht – und hat die Restauflage eingestampft. Offensichtlich gab die wirklich liebevoll gestaltete und durchgängig sensationell gute Reihe nichts für Stapel in Buchkaufhäusern her. Deswegen musste der Autor für seine neue Serie einen anderen Pseudonym für Deutschland annehmen und das Buch bekam eine wesentlich mainstreamigere Aufmachung – besser für Stapelverkäufe in beratungsfreien Zonen! Der erste Teil der neuen Serie "Das Drachenschwert" heist "Dolch und Münze" und auf dem Cover prangt der Name Daniel Hanover über dem üblichen Schwertknauf. Arghh! Trotzdem ist der Roman wieder super-genial und ich habe das Buch verschlungen.
ps: kaum bin ich durch, stehen auch schon die ersten Titel aus den neuen Programmen im Laden. "Feder & Schwert" hat bereits die ersten beiden Artikel aus dem neuen Programm ausgeliefert. Ich freu mich! Und außerdem liegen seit heute gigantische Stapel des zehnten Bandes von George R. R. Martins "Lied von Eis und Feuer" bei uns im Laden. Erstverkaufstag ist der nächste Montag, 23.07. Wenn ihr euch die Zeit bis dahin überbrücken wollt, kann ich euch den dritten Teil der "Götterkriege" von Richard Schwartz empfehlen, der ist seit gestern im Verkauf.
















