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    Bücher – muss man eigentlich nicht erklären. In unserem Fall als Überbegriff für alle Arten phantastischer Literatur – traditionell vor allem Fantasy und Science-Fiction. Kommt einfach nach Würzburg und besucht uns in Hermkes Romanboutique.

    Bastei Neuheiten KW 21

    von am 22. Mai 2020 noch kein Kommentar

    Bastei Lübbe
    GRASSHOFF, MARIE: KAMI 2101 TRILOGIE #2 CYBER TRIPS € 15,00

    Lyx
    SINGH, NALINI: GILDE DER JÄGER #12 ENGELSKRIEG € 10,00

    Bastei Lübbe
    GRASSHOFF, MARIE: KAMI 2101 TRILOGIE #2 CYBER TRIPS € 15,00

    Lyx
    SINGH, NALINI: GILDE DER JÄGER #12 ENGELSKRIEG € 10,00

    Wahn

    von am 21. Mai 2020 noch kein Kommentar

    Stephen King
    WAHN. Roman.
    Aus dem Amerikanischen von Wulf Bergner
    (Duma Key / 2008)
    München, Heyne
    Juli 2009 – 912 Seiten – € 10,99
    ISBN: 9783453433434

    Als WAHN 2008 erstmals erschien, war es gefühlt der hundertste (tatsächlich wohl Nummer 40) Stephen-King-Roman, der wieder einmal nur knapp die 1000-Seiten-Grenze verfehlte. Verblüffend war dabei, dass es mich immer noch reizte, diesen Monumentalwälzer aufzuschlagen. Und dass es Mister King dann erneut gelang, meine Skepsis zu überlisten und mich erst nach der letzten Seite das Buch wieder weglegen zu lassen.
    Teufel auch – das geht doch nicht mit rechten Dingen zu.
    So etwas Ähnliches fühlt auch Edgar Freemantle beim Einzug in das „Big Pink“, seinem neuen Domizil auf der vor Floridas Westküste gelegenen Insel Duma Key. Fast schlagartig fühlt er sich besser – und dabei hat er allen Grund, sich schlecht zu fühlen.
    Bei einem Unfall auf einer seiner Baustellen wurde ihm der rechte Arm abgerissen und sein Schädel eingedrückt. Wie durch ein Wunder überlebte er und kam sogar wieder auf die Beine. Allerdings zuerst nur sein invalider Körper, vor allem sein Gedächtnis und die rasenden Kopfschmerzen machen ihm erheblich mehr Probleme. Da Edgar ein erfolgreicher Geschäftsmann ist, kann er sich seine Krankheit wenigstens leisten, was ihn aber nicht vor Selbstmordgedanken schützt. Als letzten Ausweg aus dieser Misere empfiehlt ihm sein Therapeut einen Ortswechsel – aus dem kalt-unfreundlichen Minnesota ins warme Florida – und ein Hobby, das ihn auf andere Gedanken bringt.
    Als Edgar auf Duma Key eintrifft ist ihm sofort klar, dass er hier nur eines will: malen!
    Ein bisher verborgenes Talent Edgars entwickelt sich mit rasender Geschwindigkeit und bald schon reden seine wenigen Freunde und Vertrauten ihm zu, die Bilder – die ihre Betrachter gleichzeitig fesseln und verunsichern – einer Galerie anzubieten. Begeistert stimmt man dort zu, Edgars Bilder faszinieren selbst diese Profis.
    Während Edgar Bild auf Bild malt, geht es ihm immer besser, sein Bedarf an Schmerzmitteln reduziert sich auf ein paar Aspirin am Tag, und er findet bei seinen Nachbarn, der alten Miss Eastlake und ihrem Betreuer Jerome Wireman, mehr als nur freundliche Aufnahme: Jerome wird mit der Zeit ein echter Freund für ihn – und mit Elizabeth teilt er bald ein dunkles Geheimnis.
    Denn auf Duma Key existiert etwas, dass sich in Edgars Leben und Malen einmischt (wie es sich vor vielen Jahren in das Leben und Malen der damals noch kindlichen Elizabeth Eastlake drängte). Diese unbestimmbare, unsichtbare Kraft beeinflusst immer mehr die Qualität und die Motive von Edgars Bildern. Obwohl es ihm zunächst gelingt, seine neu gewonnenen Fähigkeiten auch positiv einzusetzen, muss Edgar Freemantle erkennen, dass auf Duma Key eine finstere, bösartige Kraft beheimatet ist – und zur Eröffnung seiner ersten Bilderausstellung erwartet Edgar seine Familie und seine alten Freunde in Florida …
    In einer fast Barock zu nennenden Detailfülle schwelgt King in den Beschreibungen von Licht, Geräuschen, Aromen und Gerüchen, erzeugt „atmosphärische Spannungen“ (und damit ist auch die Beschreibung des Wetters gemeint) und bringt die Stimmungen und Gemütsverfassungen seiner Protagonisten so lebhaft und mitreißend auf den inneren Bildschirm, dass man diesen Roman mit allen Sinnen „mit erleidet“.
    Wie häufig bei King gibt es auch in WAHN zahlreiche Reflektionen über die Kunst (diesmal verstärkt über das Malen und Zeichnen) und darüber, wie sie geschaffen, wie sie produziert wird. King nimmt seine Leser dabei mit in einen sehr persönlichen, emotional aufgeladenen „Raum“ und macht sich mit seiner Offenheit auch verletzlich. Sein Vertrauen, dass dieses Bloßlegen einer verwundbaren Seite – in WAHN erfährt man sehr viel über Kings schrecklichen Autounfall und die Zeit seiner Rekonvaleszenz – nicht missbraucht wird, gehört wohl mit zu den wichtigsten Gründen für die Faszination, die Kings Werk ausstrahlt.
    Wenn Sie in diesem Frühjahr noch etwas Tröstliches lesen wollen, dann sollten Sie zu WAHN von Stephen King greifen. So viel Schönheit und Wahrheit sind auch bei ihm nur selten zu finden.

    Horst Illmer
    warenkorb

    Wahn
    im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden

    Stephen King
    WAHN. Roman.
    Aus dem Amerikanischen von Wulf Bergner
    (Duma Key / 2008)
    München, Heyne
    Juli 2009 – 912 Seiten – € 10,99
    ISBN: 9783453433434

    Als WAHN 2008 erstmals erschien, war es gefühlt der hundertste (tatsächlich wohl Nummer 40) Stephen-King-Roman, der wieder einmal nur knapp die 1000-Seiten-Grenze verfehlte. Verblüffend war dabei, dass es mich immer noch reizte, diesen Monumentalwälzer aufzuschlagen. Und dass es Mister weiterlesen…

    Rückkehr nach Duncan’s Creek

    von am 20. Mai 2020 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

    Nicolas Zeimet
    Rückkehr nach Duncan’s Creek
    Aus dem Französischen von Ronald Voullié
    (Retour a Duncan’ Creek, 2017)
    Polar Verlag, Stuttgart 2020, 388 Seiten
    ISBN 978-3-948392-00-0

    Krimis aus Frankreich? Da ist man gedanklich gleich bei Manchette und den kühlen Gangster-Geschichten des Néo-Polar, dem harten modernen Großstadt-Polizeikrimi oder klassischen Ermittlern wie Malets Nestor Burma und Simenons Maigret. Der 1977 geborene Franzose Nicolas Zeimet wandelt in seinem Roman „Rückkehr nach Duncan’s Creek“ allerdings auf amerikanischen Noir-Pfaden – und ganz besonders in den Spuren von Bestsellerlistenkönig Stephen King. Dessen spannungsliterarisches Schaffen ist ebenso Teil des popkulturellen Bezugssystems von „Rückkehr nach Duncan’s Creek“ wie Star Wars, Freddie Krueger, die Goonies oder Richard Matheson.

    In der Gegenwart fährt der glücklose Schriftsteller Jake aus San Francisco hunderte Meilen durch die Wüste von Nevada, seiner alten Heimatkleinstadt Duncan’s Creek entgegen. Rückblenden in die Vergangenheit der 80er enthüllen, was für brutale, dunkle Geheimnisse Jake und seine beiden besten Freunde Samantha und Ben nie losgelassen haben, sie bis heute verfolgen. Denn Sam wurde als Kind von ihrem Vater missbraucht, und ihre „Bande“ damals an einem alles verändernden Halloweenabend in das blutig endende Familiendrama hineingezogen. Daraufhin potenzieren sich Gewalt, Lügen und Geheimnisse, die viel zerstörten …

    Nicolas Zeimet beschreibt einen äußerst hässlichen und drastischen Horror, der im familiären Alltag entsteht und völlig eskaliert. Sein in dieser Hinsicht greifbar finsterer Noir-Roman ist nie übernatürlich, immer mal richtig heftig – und trotz ein paar fragwürdiger stilistischer Entscheidungen hier und da der ideale Krimi für alle Fans von Stephen King. Dafür gab es in Frankreich 2018 den Prix-Dora-Suarez.

    Christian Endres

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    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

    Nicolas Zeimet
    Rückkehr nach Duncan’s Creek
    Aus dem Französischen von weiterlesen…

    VVA Auslieferung Penhaligon, Blessing und CBJ

    von am 19. Mai 2020 noch kein Kommentar

    Blessing
    MORGENSTERN, ERIN: DAS STERNENLOSE MEER HC € 22,00

    CBJ
    BLACK, HOLLY: DIE ELFENKRONE HC #3 ELFENTHRON € 18,00

    Penhaligon
    CARSON, RAE: STAR WARS FILMROMAN PB #9 DER AUFSTIEG SKYWALKERS € 16,00

    Blessing
    MORGENSTERN, ERIN: DAS STERNENLOSE MEER HC € 22,00

    CBJ
    BLACK, HOLLY: DIE ELFENKRONE HC #3 ELFENTHRON € 18,00

    Penhaligon
    CARSON, RAE: STAR WARS FILMROMAN PB #9 DER AUFSTIEG SKYWALKERS € 16,00

    P.Machinery Auslieferung Mai 2020

    von am 19. Mai 2020 noch kein Kommentar

    FRANKE, HERBERT W.: HERBERT W. FRANKE WERKSAUSGABE HC #13 SCHULE FÜR ÜBERMENSCHEN € 24,90
    FRANKE, HERBERT W.: HERBERT W. FRANKE WERKSAUSGABE #13 SCHULE FÜR ÜBERMENSCHEN € 15,90
    SCHORM, RAINER/WEIGAND, JÖRG (HRSG): VERGANGENE ZUKUNFT THOMAS R.P. MIELKE ZUM ACHTZIGSTEN GEBURTSTAG € 13,90
    TROFUSHA, TETIANA: COMING HOME € 11,90
    IWOLEIT, MICHAEL K. / HAITEL, MICHAEL: NOVA SCIENCE FICTION MAGAZIN #28 € 16,90

    FRANKE, HERBERT W.: HERBERT W. FRANKE WERKSAUSGABE HC #13 SCHULE FÜR ÜBERMENSCHEN € 24,90
    FRANKE, HERBERT W.: HERBERT W. FRANKE WERKSAUSGABE #13 SCHULE FÜR ÜBERMENSCHEN € 15,90
    SCHORM, RAINER/WEIGAND, JÖRG (HRSG): VERGANGENE ZUKUNFT THOMAS R.P. MIELKE ZUM ACHTZIGSTEN GEBURTSTAG € 13,90
    TROFUSHA, TETIANA: COMING HOME € 11,90
    IWOLEIT, MICHAEL K. / HAITEL, MICHAEL: NOVA SCIENCE FICTION MAGAZIN #28 € 16,90

    Ein Vogel ist er nicht

    von am 19. Mai 2020 noch kein Kommentar

    Philip Krömer
    EIN VOGEL IST ER NICHT. Neun Umschreibungen.
    Mit Bildern von Florian L. Arnold
    Ohne Ort (Europa), Topalian & Milani, 2019, 224 Seiten
    ISBN 978-3-946423-09-6

    Tja, wie soll man das nun nennen?
    Kurzgeschichten?
    Historische Erzählungen?
    Alternative Geschichtsschreibung?
    Oder einfach nur frech?
    Auf jeden Fall nennt der Autor Philip Krömer seine in EIN VOGEL IST ER NICHT versammelten Texte schlicht „Umschreibungen“ – vieldeutiger ging‘s wohl nicht.
    Und dieses Uneindeutige ist bei Krömer Programm.
    Geschickt nutzt er das „fundierte Halbwissen“ seiner Leser und schreibt humorvolle Anekdoten über bekannte Persönlichkeiten wie Kaiserin Elisabeth (Sisi), Ludwig II., Napoleon Bonaparte, E. A. Poe oder H. C. Artmann, aber auch über Schreckensmänner wie den Serienmörder Haarmann, die römischen Kaiser Nero und Julius Cäsar, den Heiligen Georg und den mythischen Ikarus.
    Allen diesen (teils sehr kurzen, teils durchaus veritablen) Geschichten ist jedoch ein gewisses Irritationspotenzial eingebaut: so irrt etwa der amerikanische Dichter Edgar Allan Poe im Jahr 1857 (acht Jahre nach seinem vorgetäuschten Tod) in Eskimokluft durch Nordkanada – immer noch auf der Suche nach Beweisen für den Wahrheitsgehalt seines „realistischen“ Berichts über die Erlebnisse eines gewissen Arthur Gordon Pym …
    Der 1988 in Amberg geborene, inzwischen in Erlangen heimische Krömer hat unter anderem auch Buchwissenschaften studiert und dieses Wissen in die Gestaltung von EIN VOGEL IST ER NICHT eingebracht. Entstanden ist ein herausragend schönes Buch, durchgängig illustriert mit in aufwändiger Mischtechnik entstandenen Grafiken von Florian L. Arnold und zudem schrift- und satztechnisch einfach ein Genuss.

    Horst Illmer
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    Ein Vogel ist er nicht
    im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden

    Philip Krömer
    EIN VOGEL IST ER NICHT. Neun Umschreibungen.
    Mit Bildern von Florian L. Arnold
    Ohne Ort (Europa), Topalian & Milani, 2019, 224 Seiten
    ISBN 978-3-946423-09-6

    Tja, wie soll man das nun nennen?
    Kurzgeschichten?
    Historische Erzählungen?
    Alternative Geschichtsschreibung?
    Oder einfach nur frech?
    Auf jeden Fall nennt der Autor Philip Krömer seine in EIN VOGEL IST ER NICHT versammelten Texte schlicht „Umschreibungen“ – vieldeutiger ging‘s wohl nicht.
    Und dieses Uneindeutige weiterlesen…

    No Superman

    von am 17. Mai 2020 2 Kommentare

    Die zwei Versprechen vom Donnerstag (ja, ich weiß, ich hatte Mittwoch angefangen zu schreiben…) sind eingehalten. Mein Geblubber ist raus und der abschließende Artikel von Horst zu den Parallellen ist auch online. Ich kann dazu nur sagen, das Thema hat in Bezug auf literarische Bezüge wirklich weite Kreise gezogen und uns allen echt Spaß bereitet. Trotzdem ist es jetzt auch wieder gut, dass wir einen Schlussstrich gezogen haben. Jeder der beteiligten Autoren hat eigene Themen eingebracht. Danke MarkusT, dass du überhaupt erst die Idee und die Initialzündung hattest und danke Horst für die fundierten und eigenwilligen Parallel Lines. Ganz besonders schön finde ich den positiven Schlussstrich mit der 5. Episode. Einzige Anmerkung von meiner Seite: Ich hätte mir ein anderes Lied gewünscht. Superman von Lazlo Bane wäre mein absoluter Favorit gewesen 😉

     

    Die zwei Versprechen vom Donnerstag (ja, ich weiß, ich hatte Mittwoch angefangen zu schreiben…) sind eingehalten. Mein Geblubber ist raus und der abschließende Artikel von Horst zu den Parallellen ist auch online. Ich kann dazu nur sagen, das Thema hat in Bezug auf literarische Bezüge wirklich weite Kreise gezogen und uns allen echt Spaß bereitet. Trotzdem weiterlesen…

    Parallel Lines – 5

    von am 15. Mai 2020 3 Kommentare

    Von Horst Illmer

    Unsortierte Gedanken eines Literatur-DJs im „Jahr Des Bosch-Hämorrhoidensalbentuchs“ (David Foster Wallace)

    Eyesight for the Blind / The Persistence of Vision (The Who / John Varley)

    Music is the doctor
    Makes you feel like you want to
    Listen to the doctor
    Just like you ought to
    Music is the doctor of my soul

    The Doobie Brothers

    Doctor Doctor, gimme the news
    I got a bad case of lovin' you
    No pill’s gonna cure my ill
    I got a bad case of lovin' you

    Robert Palmer

    Ihr könnt mir gratulieren. Ich habe das „missing link“ gefunden!

    Auf der Suche nach einer diesmal mehr positiven und optimistischen „Parallele“ bin ich, mehr durch Zufall und Glück als durch echtes „Wissen“, auf etwas in der Science Fiction einmaliges und staunenswertes gestoßen – auf James White und seine Serie „Orbit Hospital“.

    Im englischen Original ist die von 1957 bis 1999 von White ganz alleine geschriebene Serie als „Sector General“ bekannt, nach dem Titel der ersten Geschichte, die damals im englischen Magazin New Worlds erschien.
    Erzählt werden darin die Abenteuer einer intergalaktischen Mediziner-Crew, die in einem riesigen Krankenhaus Dienst tut, das am Rande des Universums um einen Planeten kreist. Gebaut und in Betrieb gehalten wird das Orbit Hospital von der Gemeinschaft der galaktischen Völker, deren „Monitoren“-Truppe auch für die Sicherheit der Station zuständig ist.

    Der im Nordirischen Belfast geborene James White (1928–1999) war zeitlebens „nur“ Nebenerwerbs-Schriftsteller. Er zog es vor, seinen Lebensunterhalt mit ehrlicher Arbeit (Werbung) zu verdienen und seinem Hobby als SF-Autor (trotz eines gewissen Erfolgs) lieber nur nebenbei zu frönen. Ausschlaggebend dafür dürfte auch gewesen sein, dass White überzeugter Pazifist war und dies auch in seinen Romanen und Erzählungen zum Ausdruck bringen wollte. Das machte „Sector General“ laut dem Genre-Historiker Brian Stableford zwar zur ersten rein pazifistischen Weltraumsaga („the first explicitly pacifist space opera series“) – die aber niemals ein echter Bestseller wurde, auf dem man eine sichere Karriere hätte aufbauen können.

    Trotzdem erlangte White einigen Ruhm mit den in insgesamt zwölf Bänden gesammelten Kurzgeschichten und Romanen um den Chefarzt Dr. Peter Conway, die Krankenschwestern Murchison und Naydrad, den empathischen (wenngleich spinnenähnlichen) Dr. Prilicla und ihrer gemeinsamen „Nemesis“, dem Chefpsychologen Dr. O’Mara, die immer wieder aufs Neue vor der Herausforderung stehen, exotische Aliens von noch exotischeren Krankheiten zu heilen.
    Obwohl die Weltraumklinik riesig ist und fast alle Umweltbedingungen nachstellen kann, sind die Behandlungen oftmals schwierig, da die Mediziner sich erst einmal in ihre Patienten (und deren Metabolismus) „hineinversetzen“ müssen. Das erfordert einen fast detektivischen Spürsinn, sodass die einzelnen Episoden manchmal wie eine gelungene Verbindung zwischen „Dr. House“, Sherlock Holmes und „Babylon 5“ wirken.
    Im Lauf der Jahre entwickelte sich die Spannung der Handlung auch durch diverse Konflikte mit den Soldaten des Monitoren-Corps, mit feindlichen Angriffen auf das Orbit Hospital oder durch Außeneinsätze, wenn z. B. einmal der Patient sogar für dieses Krankenhaus zu groß war. White, der gerne selbst Arzt geworden wäre, schrieb einen Großteil der Abenteuer in Form von Kurzgeschichten in den 1960er und 1970er Jahren und sah die Serie nach sechs Sammelbänden eigentlich schon als abgeschlossen an. Allerdings konnten ihn freundliche Bitten seiner Verleger dann doch dazu bringen, noch sechs Romane (davon alleine fünf in den Jahren zwischen 1991 und 1999) folgen zu lassen.
    In Deutschland gab es seit 1965 immer wieder (zumeist nur kurzlebige) Versuche, die „Weltraum-Mediziner“ auf Station zu schicken. Nach Moewig, Pabel und Ullstein nahm dann Wolfgang Jeschke vom Heyne Verlag die Sache in die Hand und veröffentlichte zwischen 1993 und 1997 die bis dahin erschienenen Bände Eins bis Neun in der (teilweisen Neu-)Übersetzung von Kalla Wefel. In White Todesjahr 1999 folgte dann noch DIE LETZTE DIAGNOSE (die Bände 11 und 12 kann man bisher nur auf Englisch lesen). Als Besonderheit der Deutschen Ausgabe ist Anzumerken, dass die zehn Titelbilder, gemalt von Boros Zoltan und Szikszai Gabor, aneinandergelegt ein großartiges Panoramabild ergeben.

    Zwar ist auch im Weltraum und im „Orbit Hospital“ nicht immer alles LOVE & PEACE & HARMONY wie es sich die Jungs von High South auf ihrer aktuellen CD ausmalen, aber James White kommt diesem Ideal so nahe wie niemand sonst in der gesamten Science-Fiction-Literatur.

    Song: Carole King – „You’ve Got A Friend“ (1971, vom Album TAPESTRY)

    Von Horst Illmer

    Unsortierte Gedanken eines Literatur-DJs im „Jahr Des Bosch-Hämorrhoidensalbentuchs“ (David Foster Wallace)

    Eyesight for the Blind / The Persistence of Vision (The Who / John Varley)

    Music is the doctor
    Makes you feel like you want to
    Listen to the doctor
    Just like you ought to
    Music is the doctor of my soul

    The Doobie Brothers

    Doctor Doctor, gimme the news
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    Dark Matter

    von am 14. Mai 2020 noch kein Kommentar

    Blake Crouch
    Dark Matter – Der Zeitenläufer
    Aus dem amerikanischen Englisch von Klaus Berr
    (Black Matter, 2016)
    München, Wilhelm Goldmann Verlag, 2019, 416 Seiten
    ISBN 978-3-442-48397-6

    Ich bin viele!

    Der Thriller von Blake Crouch ist ein spannender Multiversum-Roman, der im Chicago der Jetztzeit spielt.

    Jason Dessen unterrichtet am Lamont College Physik und führt ein bescheidenes, aber glückliches Leben zusammen mit seiner Frau Daniela und ihrem gemeinsamen Sohn Charlie. Als er eines Abends auf einen Drink seines alten Freundes Ryan Holder eingeladen wird, endet der Abend ganz anders als sich das Jason jemals hätte denken können.
    Sein zweites Ich aus einem parallelen Universum hat es geschafft, die Barrieren zwischen den parallel existierenden Universen einzureissen und sein Leben gegen das des Original-Jason einzutauschen. Der Original-Jason landet im Gegenzug in der Welt von Jason2.

    In dieser „zweiten“ Welt ist Jason2 ein gefeierter, genialer Physiker, der die Möglichkeiten der gesprengten Grenzen zwischen den Multiversen entdeckt hat und diese nutzt.

    Auf diesen Plot baut Blake Crouch eine rasante Geschichte, die im Verlauf einige irre Wendungen nimmt. Dabei verliert sich der Autor nicht in den sich bietenden möglichen Verstrickungen, die eine Parallelweltenerzählung per se anbietet, sondern fokussiert sich auf den Original-Jason.

    Durch diese Reduktion auf einen Erzählstrang geht zwar der Tiefgang etwas verloren, aber der Roman ist unterhaltsames Lesefutter für zwischendurch. Wobei ich die angedeuteten Möglichkeiten existierender Multiversen als beunruhigend empfunden habe und es durchaus vorstellbar ist, diese in weiteren Geschichten weiter auszuarbeiten.

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    Dark Matter
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    Blake Crouch
    Dark Matter – Der Zeitenläufer
    Aus dem amerikanischen Englisch von Klaus Berr
    (Black Matter, 2016)
    München, Wilhelm Goldmann Verlag, 2019, 416 Seiten
    ISBN 978-3-442-48397-6

    Ich bin viele!

    Der Thriller von Blake Crouch ist ein spannender Multiversum-Roman, der im Chicago der Jetztzeit spielt.

    Jason Dessen unterrichtet am Lamont College Physik und führt ein bescheidenes, aber glückliches Leben zusammen mit seiner Frau weiterlesen…

    Wie man einen Bären kocht

    von am 13. Mai 2020 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

    Mikael Niemi
    Wie man einen Bären kocht
    Aus dem Schwedischen von Christel Hildebrandt
    (Koka björn, 2017)
    btb, München 2020, 507 Seiten
    ISBN 978-3-442-75800-5

    „Wie man einen Bären kocht“ heißt das neueste Werk des schwedischen Autors Mikael Niemi, den man für seinen verfilmten Roman „Populärmusik aus Vittula“ kennen mag. Sein jüngstes Buch spielt 1852 in einem abgelegenen Dorf in Nordschweden. Eine junge Magd wird tot im Wald gefunden, als Schuldigen machen Landjäger und Gendarm einen Bären aus, der gejagt werden muss. Doch der protestantische Pfarrer Laestadius, ein Naturforscher und Pionier von Deduktion und Forensik, geht davon aus, dass man ihnen da einen Bären aufzubinden versucht und in Wahrheit ein Mensch der Mörder sein dürfte. Laestadius und sein von allen verachteter Zögling Jussi ermitteln – und ziehen sich den Zorn der Mächtigen in ihrer Gemeinschaft zu …

    Manchmal kann der Titel täuschen: „Wie man einen Bären kocht“ ist keiner dieser witzig-schrägen schwedischen Romane, wie sie in den letzten Jahren neben den typischen Schwedenkrimis boomten. Schräg geht es in diesem historischen Krimi von Mikael Niemi dennoch des Öfteren zu, was sich auch sprachlich niederschlägt. Und obwohl einen nicht jedes Kapitel über den historisch verbrieften Priester und Detektiv sowie seinen armen Sidekick aus Lappland überzeugt, versteht Niemi es doch blendend, einen mit allen Sinnen in das ländliche nördliche Schweden zur Mitte des 19. Jahrhunderts zu holen, wo einiges im Argen lag und im Wandel war.

    Christian Endres

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    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

    Mikael Niemi
    Wie man einen Bären kocht
    Aus dem Schwedischen weiterlesen…